Naslovnica Austrija Die Wahl aus der Sicht der Österreicherin mit Migrationshintergrund

Die Wahl aus der Sicht der Österreicherin mit Migrationshintergrund

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Das Wahlergebnis in Österreich sorgt Europaweit für einen positiven Aufschrei und Unterstützung für unseren Alt-Bundeskanzler sowie Neu-Bundeskanzler.
Soviel steht fest – Sebastian Kurz wird wieder einmal jüngster Regierungschef der Welt und darf wieder eine Regierung bilden. Obwohl das Auszählen der Wahlkarten noch nicht abgeschlossen ist, können wir vom zweitbesten Wahlergebnis der ÖVP reden. Die Grünen haben aufgrund des wieder vorhandenen Umweltbewusstsein und der Zukunftsangst der Menschen ein tolles Wahlergebnis einfahren können und sitzen im Parlament, nach zwei Jahren Abwesenheit.
Die FPÖ unter Norbert Hofer und die SPÖ unter Pamela Rendi-Wagner, haben wie erwartet an Stimmen verloren und zwar bundesweit. Auch wenn die SPÖ in Wien stimmenstärkste Partei geblieben ist, hat sie an Stimmen stark verloren, ebenso die FPÖ. Der Auslöser der FPÖ – Niederlage war natürlich der Ibiza Skandal rund um Strache und Gudenus und die Skandale der letzten Tage. Bei der SPÖ wird es eher die Abwahl des Bundeskanzlers Kurz und der Regierung gewesen sein – dieser Schritt war sicher für viele Wähler etwas schier Ungewolltes und nicht mit der Wählerschaft vereinbart.
Nun – wie geht es weiter???
In der Hoffnung, dass sich die Grünen unter Werner Kogler wieder Ihrer eigentlichen Farbe besinnen und sich für die Umwelt und die Zukunft einsetzen, ist Möglichkeit einer Koalition mit der ÖVP ziemlich realistisch.
Die SPÖ hat keinen Kurs, war es in den 70er und 80er Jahren “ wir arbeiten mit Euch für Euch“ ist heute dieser Slogan schon längst überaltert. Es klingt nicht glaubwürdig, wenn ein Sozialist nach seinem Abgang als Politiker, in die Privatwirtschaft als Kapitalist wechselt und quasi oben sitzt und die Arbeiter ausbeutet. Sie haben Glück das viele Migrationscommunitys (noch) SPÖ wählen, denn diese Mitglieder schwingen die Keule das alle anderen Parteien gegen Ausländer wären und somit keine akzeptable Wahlalternative anbieten.
Dennoch sollten die Österreicher mit Migrationshintergrund endlich akzeptieren, dass Sie mit einem Österreichischen Pass die gleichen Rechte besitzen wie die gebürtigen Österreicher.
Das ewige Problem ist – wie gut haben Sie sich integriert??
Während einige Migrationsbevölkerungsgruppen kaum auffallen und auch keine Forderungen stellen, gibt es Communitys die anecken. Wir Österreicher mit Migrationshintergrund sollten nicht jede Kritik als einen Angriff gegen uns interpretieren, sondern diese so auffassen das hier nicht Handlungsbedarf besteht.
Unser Handlungsbedarf besteht darin, dass unsere Eltern, Großeltern oder wir selbst die Heimat verlassen haben ,eine neue Heimat gefunden haben und uns in diese neue Heimat eingliedern müssen und nicht eine Parallelheimat gründen können!
Aber zurück zur Wahl: Welche Möglichkeiten gibt es? Was wird Sebastian machen – er hat es ja offen gelassen während des Wahlkampfes und hat keine Aussagen möglicher Koalitionspartner getätigt, was ja klug war, denn auf einmal wollte auch die FPÖ, trotz Ihrer Unterstützung bei der Abwahl der ÖVP, wieder in Koalition gehen genau so die NEOS.
Ich glaube, dass die SPÖ sicher nicht in Frage kommen wird. Was mich mehr interessiert ist, auf was könnten die Grünen verzichten um in der Regierung zu sitzen? Auf was würden Sie bestehen, ich hoffe sehr dass es hier erfolgreiche Koalitionsgespräche für beide Seiten geben wird – eventuell gemeinsam mit den NEOS unter Beate Meinl-Reisinger. Da befürchte ich aber wieder, dass „zu viele Köche den Brei verderben“. Wie gesagt – es ist alles offen. Es werden jetzt spannende Wochen auf Österreich zukommen – ich hoffe, dass Kurz das Wahlergebnis nicht sinnlos verspielt, denn er weiß es ganz genau, wie sehr sich Österreich eine Veränderung wünscht und sich nicht für die Macht verbiegen lassen sollte.


Foto: ÖRF

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